Man muß das Unmögliche versuchen, um das Bestmögliche zu erreichen - aber nicht durch Gewalt und Revolution, sondern durch unkonventionelle Ideen und beharrliche Entwicklung: Ich bin kein Revoluzzer - ich bin eher ein "Evoluzzer".
Der Mensch ist für mich ein lebendes "Gesamtkunstwerk". Er braucht eine würdig gestaltete bauliche Umgebung, schützende Hüllen, die seine Individualität zur Geltung bringen und ihre Entfaltung fördern. Als Jugendlicher fand ich meine "gebaute Umgebung" dafür vielfach zu lieblos und zu kunstlos. Ich dachte, die Zeit sei gekommen für mehr Phantasie und Vielfalt im Bauen. Als Kind der - in meinem Geburtsjahr begründeten - neuen politischen Freiheit, hielt ich die Zeit auch reif für mehr Freiheit in der Gestaltung unserer Umwelt: Freie Formen für freie Menschen! Nachdem der hektische Bauboom der Nachkriegsjahre vorbei war, schien Zeit zum Nachdenken über neue Wege und Ziele, Forschen und Experimentieren. Lieber wenige, aber richtungweisende Zeichen setzen als unreflektiert Reproduzieren. Ausdrucksvolle Gestaltung, konstruktive Raffinesse. Kreativität und Klasse statt Masse. Dafür wurde ich Architekt. Auch heute noch, fast - 4 Jahrzehnte älter und bereichert um die Erfahrungen vieler Forschungsprojekte, Veröffentlichungen und realisierter Bauten - ist das mein "Credo". Die technischen, konstruktiven und formalen Möglichkeiten, die uns heute in der Architektur zur Verfügung stehen sind gigantisch und in ihrer Vielfalt eine enorme Chance und Herausforderung. Sie stehen vor uns - fast wie ein kostbarer Konzertflügel - der darauf wartet, gespielt zu werden. Die Potentiale des Instrumentariums kennen zu lernen, sie kreativ und virtuos zu nutzen - das gehört zu meinen Hauptzielen - im Bauen, wie in der Lehre.
Vom einfachen Kubus bis zur bewohnbaren Skulptur, von geometrischen Grundformen bis zu komplexen, höheren Geometrien, wie z.B. antiklastisch gekrümmten Flächen, sollten unterschiedliche "Formensprachen" beherrscht werden. Vom einfachen Massivbau, von orthogonalen Skelett- oder Scheibentragwerken bis hin zu raffinierten, weitgespannten Schalen, Zelten oder pneumatischen Konstruktionen sollten verschieden Konstruktionsarten vertraut sein und mit unterschiedlichsten Werkstoffen "materialgerecht" umgesetzt werden können. Urbane Bauformen im Stadtbereich sollten genauso beherrscht werden wie Landschaftliche Bauformen im Aussenbereich. Private Bauten, wie z.B. das selbstgebaute, individuelle Einfamilienhaus, die maßgeschneiderte "Hülle für die Seele" haben elementare Bedeutung für die Entfaltung des Menschen als "Individuum", ähnlich dem "Revier" oder "Nestbau" bei Tieren. Gemeinschaftliche, öffentliche Bauten, Freiräume, Stadt, sind prägend für den Menschen als "Gemeinschaftswesen". Neben vielen anderen Aspekten sollten sie immer auch ein "Spiegel" menschlicher Bedürfnisse sein, sollten alles "verkörpern", was zum Leben gehört: ......nicht zuletzt auch Abwechslungsreichtum, formale Bedeutung, Humor..... gestalterische und konstruktive Höhepunkte, für die es sich lohnt zu leben und zu bauen.
Schlaglichter:
Zukunftsweisende Ideen erkennt man daran, daß sie von der Mehrheit zunächst als "Träumereien" verworfen werden. Einen Weg aus der "Träumerei" in die Wirklichkeit zu finden, gehört zu den größten Aufgaben des Architekten.
Die Intelligenz des Einzelnen ist eine relativ konstante Größe - Die Intelligenz einer Gruppe verhält sich reziprok zur Zahl ihrer Mitglieder.
Des Architekten schönster Ruhm - ist ein Lob vom Publikum. Das fachlich höchste Lob hingegen...........ist der Neid gewisser Kollegen.
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