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"Inklusion hat ihren 'Preis'"

"Inklusion hat ihren 'Preis'": Vortrag von Prof. Dr. Michael Schmidt im Rahmen der Abschlussveranstaltung. © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

Alle Beteiligten – Menschen mit Behinderung, Angehörige, Teilhabemanagerinnen und -manager sowie Vertreterinnen und Vertretern von Kostenträgern und aus der Politik – kamen bei der Tagung zu Wort. © Fotoatelier Bingo81

Vizepräsident Prof. Dr. Walid Hafezi und Prof. Dr. Agelika Ehrhardt vom ISAPP eröffnen die Fachtagung den Wohnprojekts "Mitleben". © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

In verschiedenen Räumen und im Foyer des Gebäudes C konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Thema selbständiges Wohnen informieren und austauschen. © Hochschulkommunikation | Hochschule RheinMain

Unter dem Motto "Inklusion hat ihren 'Preis'" stand die Abschlussveranstaltung des Wohnprojekts "Mitleben" an der Hochschule RheinMain. Nach fünf Jahren Projektarbeit und Forschung zogen die Kooperationspartner, die  Lebenshilfe Landesverband Hessen e.V. und das Institut Soziale Arbeit für Praxisforschung und Praxisentwicklung (ISAPP) der Hochschule RheinMain, am Wochenende Bilanz.

Seit 2012 sind in den beteiligten Lebenshilfevereinigungen in Hessen Unterstützungsangebote zum selbstbestimmten Wohnen von Menschen mit Behinderung entstanden, um deren Lebensführung unabhängiger zu gestalten und dem Artikel 19 der UN-Behindertenkonvention gerechter zu werden. Im Fokus der Tagung standen Finanzierungs-, Organisations-, Wohnraum- und Partizipationsaspekte für die Entwicklung selbstbestimmter Wohnformen für Menschen mit Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf. "Ich erhoffe mir von der Veranstaltung, dass wir die Erfahrungen von unterschiedlichen Projekten zusammentragen können. Einmal um zu sehen, wie die Lebenswirklichkeit von Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf aussieht, aber auch, was sich für die Begleiterinnen und Begleiter verändert", so Frank Strotmann, Vorsitzender der Lebenshilfe Hessen.

Wissenschaftliche Begleitung durch die Hochschule RheinMain

Die Praxiserfahrungen und die Evaluation durch die Hochschule RheinMain zeigen, dass sich die Betroffenen ihr neues Lebensumfeld mitten in der Gemeinde insgesamt positiv sehen. Auf der anderen Seite wurde festgestellt, dass es insbesondere an bezahlbarem barrierefreien Wohnraum mangelt. Auch die Organisation der Beratung und Begleitung von Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf muss sich verändern, was besonders die Teilhabemanagerinnen und -manager betrifft. Die Finanzierungsmöglichkeiten für selbstbestimmtes Wohnen sind darüber hinaus sehr komplex, wodurch zusätzliche Hürden für die Betroffenen entstehen. Um die Ziele der Behindertenrechtskonvention gesellschaftliche Wirklichkeit werden zu lassen, so das Fazit der Beteiligten, müssten noch einige Hürden überwunden werden.

Mehr Publicity für Wohnraumprojekte

"Wir erhoffen uns auch eine politische Wirkung vom Wohnprojekt 'Mitleben', weil sich an den Rahmenbedingungen etwas ändern muss. Durch solche Veranstaltungen wollen wir mehr Publicity für das Wohnraumprojekt erreichen", so Prof. Dr. Michael May vom Fachbereich Sozialwesen. Die Hochschule RheinMain hat das Projekt über fünf Jahre wissenschaftlich begleitet; das ISAPP unterstützte dabei insbesondere praxisorientiert die Teilhabermanagerinnen und -manager.