QUALIFIZIERUNG ZUM TRAUMAPÄDAGOGEN/TRAUMAFACHBERATER - QUALIFIZIERUNG ZUR TRAUMAPÄDAGOGIN/TRAUMAFACHBERATERIN (ZERT. NACH DEGPT/BAG TP)

 

Ziele / Inhalte:

Fachkräfte in Kitas, Schulen, Horten oder Einrichtungen und  Maßnahmen der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe sind oftmals mit Kindern und Jugendlichen befasst, deren bisheriger Lebensweg von zerstörerischen, existenzbedrohenden Umständen geprägt ist. Diese Mädchen und Jungen haben Strategien zur bisherigen Lebensbewältigung entwickelt, die
von fachlicher Seite besondere Begegnungen im Sinne einer „Pädagogik des Sicheren Ortes“ erfordern.

Diese Fortbildungsreihe orientiert sich an dem BAG-TP/De-GPT-Curriculum und bietet interessierten Fachkräften neben fundiertem theoretischem und methodischem Wissen eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen professionellen Rolle, Praxisaustausch und Supervision.

Zertifizierung

Bei erfolgreichem Abschluss erhalten die TeilnehmerInnen ein Hochschulzertifikat, verbunden mit der Zertifizierung durch die „BAG Traumapädagogik“ und die „Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie“ (DeGPT) zum „Traumapädagogen/-Fachberater“
bzw. zur „Traumapädagogin / -Fachberaterin“.

Zielgruppe

Päd. Fachkräfte aus den Arbeitsfeldern der Kinder-, Jugend und Behindertenhilfe, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen (z.B. Erzieherinnen, Erzieher, Sozial-, Heil-, Behindertenpädagoginnen und Behindertenpädagogen, Lehrerinnen, Lehrer u.ä.) mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung

Lernebenen

Die Weiterbildung findet auf folgenden Lernebenen statt:

  • 6 Seminare zur Theorie- und Methodenvermittlung
  • Online-Lehre zu Grundlagentheorien
  • Austausch in Peergroups
  • 5 vierstündige Gruppensupervisionen
  • Teilnahme am Kolloquium und Anfertigung einer Abschlussarbeit auf der Basis von 3 dokumentierten Fällen oder einem Fall und einer Projektarbeit
  • Literaturstudium

 

Inhaltliche Themen der Module:
Modul 1: Einführung in die Psychotraumatologie
  • Geschichte der Traumatologie
  • Traumadefinition,Traumagenese und Traumaklassifizierungen
  • Traumasymptomgruppen neurologisch/psychisch/physische Veränderungen durch Traumaerfahrungen
  • Folgen für die kindliche Entwicklung
  • klinische Diagnostikverfahren
  • pädagogische Diagnostikverfahren
  • Möglichkeiten und Grenzen von Pädagogik und Beratung
Modul 2: Einführung in die Traumapädagogik
  • Kernkompetenzen in der traumabezogenen Arbeit
  • Einführung „Pädagogik des Sicheren Ortes“ und anderer traumapädagogischer Konzepte
  • Narrative Praxis: Die Bedeutung von Sprechen zur Herstellung von Sicherheit und Entwicklung von Handlungsfähigkeit.
  • Grundlagen: lebensgeschichtliches Erzählen
  • zur Situation in der Kinder- und Jugendhilfe (u.a. Heimkinderstudie)
  • Einführung in die pädagogische Triade
  • traumapädagogische Grundbausteine: Selbstwahrnehmung – Selbstkontrolle – Selbstwirksamkeit
  • Vorstellung Einzelinterventionen und Gruppeninterventionen
  • Ergänzende Methoden
  • Psychoedukation, Erarbeiten von praktischen Methoden
Modul 3: Pädagogische Krisenbewältigung
  • Traumafolgen, posttraumatische Symptome und Verhaltensauffälligkeiten
  • Diagnose basale und komplexe PTBS, dissoziative Störungen
  • Täterintrojekte und täteridentifizierte Anteile
  • praktische Abgrenzung in Bezug auf Kriseninterventionen / Vergleich mit anderen Hilfen
  • Kriterien für Klinikeinweisung
  • Handlungsleitfaden für Kriseninterventionen
  • Narrative Praxis: Kindliches Wohlbefinden oder Kindeswohl? Wiederanknüpfen an eigenen Werten und Fähigkeiten im anerkennenden Dialog
  • pädagogische Haltung im Beziehungsaufbau, professionelle Distanzierung und Abgrenzung
  • Unterbrechen von traumabezogenen Reinszenierungen
Modul 4: Die eigene Rolle als Helferin / Helfer
  • Berufsrisiken Burnout und Sekundäre Traumatisierung
  • Umgang mit Stress
  • Abgrenzungstechniken und –rituale
  • Entspannungs- und Imaginationstechniken
  • Selbstreflexion und Selbsterfahrung
Modul 5: Transgenerationale Traumatisierungen
  • Transgenerationale Traumaweitergabe
  • Trauma und Bindung, desorganisierte Bindung und Bindungsstörung
  • Auswirkungen elterlicher Traumata auf Kinder, spezifische Traumatisierungen (z.B. Flucht/Krieg)
  • Täterintrojekte und täteridentifizierte Anteile
  • Narrative Praxis: Dekonstruktion von destruktiven Selbst- und Fremdbildern
  • Elternarbeit in familiären Traumasystemen, Handlungsleitfaden
  • Unterbrechen von Täterkontakten
Modul 6: Netzwerkarbeit
  • Grundlagen Opfer-/Kinderschutz
  • der „geschützte Dialog“
  • Kooperation Therapie – Pädagogik
  • Überblick und Vorstellung therapeutischer Verfahren (Wirksamkeit und Indiziierung)
  • Kooperation und Vernetzung unter verschiedenen Versorgungsaufträgen
  • Vernetzung der Hilfen (Netzwerkmodell)

Gruppen-Supervision

  • Teilnahme an fünf 4-stündigen Supervisionen
  • Neue Termine für den Start im Sommer 2016 geplant.

 

Voraussetzung zur Erlangung des Zertifikats

Verbindliche Teilnahme an allen 6 Modulen und den Supervisionen
sowie Teilnahme am Kolloquium und Anfertigung einer
Abschlussarbeit.

Leitung:
  •     Dipl. Beh.-Päd. M. Kühn, tra i n, traumapädagogisches Institut Norddeutschland
  •     Dipl. Beh.-Päd. Julia Bialek, tra i n, traumapädagogisches Institut Norddeutschland
  •     Prof. Dr. Heidrun Schulze, Fachbereich Sozialwesen, Hochschule RheinMain
  •     und weitere GastreferentInnen

 

 

Kosten

Die Kosten für die gesamte Weiterbildung einschließlich der Supervision betragen 2990,00 EUR (ohne Unterkunft und Verpflegung), zahlbar in zwei Raten.

Das vierte Modul findet in einer Bildungsstätte mit Übernachtung statt. Hierfür entstehen zusätzliche Kosten.

Termine

    1. Modul: 28.-29.11.2016

    2. Modul: 20.-22.02.2017

    3. Modul: 08.-10.05.2017

    4. Modul: 21.-24.08.2017

    5. Modul: 20.-22.11.2017

    6. Modul: 12.-13.03.2018

    Kolloquium: 28.-30.05.2018

      Arbeitszeiten

      •     Seminartag 1 und 2: 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr
      •     Seminartag 3: 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr

       

      Größe der Lerngruppen

      max. 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

      Anmeldeschluss

      6 Wochen vor Beginn des 1. Seminars

       

      Kontakt

      Tel.: 0611 - 9495 1315 oder - 1335

      E-Mail: isapp@hs-rm.de

      Hier geht es zur Online-Anmeldung=>

      Rücktritt / Stornogebühren

      Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des ISAPP und der Hochschule RheinMain, einsehbar hier.

       

       

       
       
       
       
       
      Infos und Impressionen zur Fachtagung am 09.07.2014 Traumapädagogik und narrative Praxis in der Hochschule RheinMain:

      bekinbera