Maria Ward-Schülerinnen informieren sich über alternative Energiegewinnung
„Frauen in Ingenieurwissenschaften“ heißt ein Wahlfach, das Prof. Dr. Konstanze Anspach in diesem Wintersemester 2011/12 erstmals anbietet. Die Teilnehmerinnen des Seminars haben nun Schülerinnen der Mainzer Maria Ward-Schule zu sich eingeladen und sind das Anliegen des Faches direkt praktisch angegangen: die Frage zu klären, warum trotz zahlreicher Bemühungen noch immer so wenige Mädchen und junge Frauen sich für technische Fächer interessieren.
Vier Schülerinnen des Mainzer Mädchen-Gymnasiums hatten sich im Unterricht mit Zebrabatterien und Röhrenkollektoren beschäftigt. Sie stellten sich die Frage, ob sich mit diesen Komponenten ein Auto bauen ließe, das die zum Fahren benötigte Energie allein durch Sonneneinstrahlung erhielte. Mit dieser Frage wandten sie sich in einem Brief an Prof. Anspach, die am Rüsselsheimer Fachbereich Ingenieurwissenschaften im Studienbereich Maschinenbau lehrt. Die Professorin erzählte den Teilnehmerinnen ihres Wahlfachs von dem Brief, und zwei von Ihnen – Zahra Rafiq und Lieselotte Ilg – beschlossen, sich mit den Maria Ward-Schülerinnen in Verbindung zu setzen.
Am Donnerstag, 15. Dezember 2011, luden die Studentinnen die Schülerinnen Julia Tempel, Sarah Nietschke, Lea Neu und Marie Jost gemeinsam mit deren Lehrerin Alexandra Wiesemann auf den Rüsselsheimer Campus der Hochschule RheinMain ein. Nach einem gegenseitigen Kennenlernen bei Saft und Weihnachtsplätzchen besuchten sie das Wasserstofflabor von Prof. Dr. Birgit Scheppat. Ebenfalls anwesend war Marlene Schulz von der Zentralen Studienberatung.
Nach einer generellen Einführung in die Thematik und Führung durch das Labor wurde es praktisch: aus rotem Früchtetee, gewöhnlichem Deckweiß, einem Bleistift und speziellen Glasplättchen durfte jedes der Mädchen seine eigene Farbstoffzelle basteln. Und der Versuch zum Thema Sonnenenergie zeigte Erfolg: alle vier sogenannten Grätzelzellen mit ITO-Glas funktionierten einwandfrei.
Weiter ging es in die Werkstatt der Scuderia Mensa, des Racing Teams der Hochschule RheinMain. Hier zeigte Prof. Anspach den jungen Besucherinnen, dass es tatsächlich möglich ist, ein Auto zu bauen, das keine Abgase ausstößt. Nachdem Julia, Sarah, Lea und Marie an diesem Donnerstag gleich mehrere Möglichkeiten der Energiegewinnung kennengelernt hatten, stellten sie sich am Ende nur noch eine – die entscheidende – Frage: Warum kann man denn eigentlich nicht längst überall Solarautos kaufen?
Lieselotte Ilg, Mitorganisatorin des Schülerinnenbesuchs, beantwortet die Frage mit einem Blick in die Zukunft: „Ich glaube, wir brauchen noch eine ganze Menge Schülerinnen wie die der Maria Ward-Schule, die die Produktion umweltfreundlicher Autos mit ihren Ideen vorantreiben. Wir von ‚Frauen in Ingenieurwissenschaften’ sind jedenfalls immer gern bereit ihnen zu zeigen, dass die Hochschule RheinMain genau der richtige Ort für solche Ideen ist.“
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