INTERVIEW MIT GÜNTHER JAKOBI VON DER SYRACOM AG

Interview mit Günther Jakobi von der SYRACOM AG

Zum Wintersemester 2011/2012 startet an der Hochschule RheinMain das Deutschlandstipendium. Besonders talentierte und begabte Studierende werden mit 300 Euro pro Monat gefördert, die zur Hälfte von privaten Förderern, zur Hälfte vom Bund finanziert werden.

Günther Jakobi von SyracomZwei dieser Stipendien spendet die SYRACOM AG. Zwei Jahre lang wird SYRACOM je einen Studenten oder eine Studentin aus dem Bachelor-Studiengang Angewandte Informatik sowie einen weiteren aus dem Masterstudiengang Informatik des Fachbereichs Design Informatik Medien unterstützen. Günther Jakobi, als COO bei SYRACOM unter anderem für das Ressort Personal verantwortlich, erläutert im Interview, warum er sich als Arbeitgeber für diese Spende entschieden hat.

 

Herr Jakobi, welcher Aspekt wog schwerer bei der Entscheidung, ein Stipendium für die Hochschule RheinMain zu stiften: der Wunsch, „etwas Gutes zu tun“, oder die Hoffnung, vielversprechende Young Potentials bereits während deren Studium auf SYRACOM aufmerksam zu machen?

Wir möchten beiden Aspekten Rechnung tragen. Aus wirtschaftlicher Sicht spielt für uns die Visibilität  von SYRACOM als Arbeitgeber bei den Studierenden natürlich eine wichtige Rolle. Letztlich kommen wir damit aber auch unserer sozialen Verantwortung als Unternehmen in der Rhein-Main-Region ein Stück weit nach, indem wir uns für Bildung und junge Talente engagieren. Soziales Engagement gehört zur SYRACOM-Kultur und zum Selbstverständnis unseres Unternehmens und wird  auch in anderen Bereichen wie z.B. Spenden an Kinderhilfsorganisationen, Unterstützung von Hilfstransporten für die Ukraine, Anlage einer Streuobstwiese gelebt. Der gemeinsame Wunsch, etwas Gutes zu tun, fördert den Zusammenhalt der Mitarbeiter. Wir sehen darin einen sinnvollen Gegenpol zum eher nüchtern und sachlich geprägten Informatik-Alltag.

Als Förderer durften Sie selbst entscheiden, aus welchem Studiengang die von Ihnen geförderten Studierenden kommen sollen. Informatik haben Sie natürlich gewählt, weil Ihr Betrieb selbst aus diesem Bereich kommt. Welche Einstiegschancen haben Absolventinnen und Absolventen der Hochschule RheinMain bei SYRACOM?

In der Vergangenheit sind bei uns viele Studenten bereits als Werkstudenten und Praktikanten eingestiegen. Aus dieser Zusammenarbeit ist in vielen Fällen später eine Festanstellung als Berater geworden. Einige dieser MitarbeiterInnen haben auch ihre Bachelor- oder Master-Thesis bei uns geschrieben und wurden anschließend übernommen.

Absolventen haben bei SYRACOM unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten. Dies hängt sehr stark davon ab, welche Erfahrungen und Hintergründe die Absolventen bereits mitbringen. Jeder neue Mitarbeiter wird von einem Mentor begleitet. Er erhält einen konkreten Einarbeitungsplan, bei dem er unterschiedliche Abteilungen besucht, um das Unternehmen kennen und verstehen zu lernen. Anhand unseres Karrieremodells bekommen Absolventen außerdem ihre Entwicklungsmöglichkeiten klar aufgezeigt. Wir verfolgen dabei untereinander einen partnerschaftlichen Ansatz auf Augenhöhe. Für gänzlich „unvorbelastete“ Absolventen haben wir ein Trainee-Programm eingeführt, in dem die Absolventen „near the Job“ auf ihre Beratungstätigkeit vorbereitet werden.

Bietet SYRACOM seinen Stipendiaten oder Stipendiatinnen über die finanzielle Unterstützung hinaus auch Förderung ideeller Art?

Die Bandbreite geht von Praktika über die Betreuung der Thesis bis hin zu einem gegenseitigen Kennenlernen im Rahmen einer Werkstudententätigkeit begleitend zum Studium. Studierende und Absolventen haben die Möglichkeit, bei uns selbst Themen/Projekte zu initiieren und z.B. in Whitepapern, Researchprojekten, Trendmonitor eigenständig zu erarbeiten – natürlich immer mit bestmöglicher Betreuung. Bei SYRACOM kann man jeden ansprechen und bekommt die entsprechende Unterstützung. Darüber hinaus bin ich mit den Professoren Gergeleit und Kröger zur Begleitung von Wahlprojekten im Gespräch.

Ist SYRACOM bereits seit längerem Partner der Hochschule RheinMain?

Ich selbst habe an der damaligen Fachhochschule Wiesbaden Informatik studiert und bin Mitglied im Förderverein. Unabhängig von meiner persönlichen Beziehung zur Hochschule ist SYRACOM mit der Hochschule stark vernetzt. Es gibt eine regelmäßige Zusammenarbeit bei Praktika und Abschlussarbeiten. SYRACOM hat immer die Nähe zu den Studierenden gesucht. Einige unserer Mitarbeiter waren und sind als Dozenten an der Hochschule aktiv. Diese Zusammenarbeit möchten wir als SYRACOM mit der Stiftung der Stipendien noch stärker manifestieren und ausbauen.

Das Interview führte Birte Müller-Heidelberg

Günther Jakobi von der SYRACOM AG