Samuel Sindhu studiert an der Hochschule RheinMain Soziale Arbeit. Von März bis Ende August 2011 hat er ein Auslandspraktikum im spanischen Algodonales absolviert. Dort arbeitete der 25-Jährige in einem Projekt für Jugendliche aus so genannten prekären Milieus in Deutschland. Die Jugendlichen werden für einen vorab festgelegten Zeitraum aus ihrem schwierigen Umfeld herausgelöst und in Spanien von (sozial)pädagogischem Personal betreut, stabilisiert und in der projekteigenen Schule von Lehrkräften unterrichtet. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland sollen sie dort einen Schulabschluss machen und dann wieder in die Gesellschaft integriert werden.
Sein Praktikum in Spanien bereitete Samuel Sindhu von Deutschland aus akribisch vor. Er suchte sich nicht nur ganz gezielt ein soziales Unternehmen, das allen Auflagen von Seiten der Hochschule RheinMain entsprach, sondern klärte auch rechtliche und organisatorische Details bereits von Wiesbaden aus. Spanisch hatte er zwei Semester lang am Sprachenzentrum der Hochschule RheinMain gelernt – mit der Absicht, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren, über den Tellerrand hinauszuschauen und den eigenen Horizont zu erweitern. „Gerade in der Sozialen Arbeit, die schwerpunktmäßig mit Menschen zu tun hat, ist es in unserer globalisierten Welt unabdingbar, aufgeschlossen auf Personen verschiedenster Herkunft zugehen zu können. Diese Kompetenz wird durch Auslandsaufenthalte verstärkt“, betont Samuel Sindhu. Keinerlei Organisationsaufwand hatte Samuel Sindhu mit der Suche nach einer Unterkunft in Algodonales. Seine Praktikumsstelle stellte ihm eine geräumige Wohnung mitten in dem andalusischen Dorf.
Finanziell und ideell unterstützt wurde der angehende Sozialarbeiter vom Erasmus Placement Programm, das Auslandspraktika fördert. Seine Erfahrungen schildert er rundweg positiv: „Die Kooperation mit dem Büro für Internationales an der Hochschule RheinMain lief absolut reibungslos, und der Aufwand, die praktikumsrelevanten Unterlagen zusammenzustellen, ist in Relation zur Qualität der Förderung wirklich gering.“ Mit der Qualität der Förderung meint der 25-Jährige unter anderem das Praktikumsbegleitende Programm „Hands on E-learning“. Erasmus Placement bietet diese Internet-Plattform an, um die Stipendiaten in Bezug auf interkulturelle Themen zu sensibilisieren und alltagstaugliche Hilfestellung zu geben. Zusätzlich wurde Samuel Sindhu als Stipendiat in die Stiftung der Deutschen Wirtschaft aufgenommen.
Inhaltlich profitierte Samuel Sindhu von der Tatsache, dass er in Deutschland parallel zum Bachelorstudium an der Hochschule RheinMain auch noch Englisch und Geografie auf Lehramt an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz studiert. So konnte er neben seiner Arbeit in der Einrichtung Einblicke in die projekteigene Schule gewinnen und dort auch Unterrichtsstunden mitgestalten. Der interdisziplinäre Austausch zwischen den Lehrkräften der Schule und dem pädagogischen Fachpersonal der Einrichtung schien ihm sehr wertvoll: „Das Zusammentreffen verschiedener fachlicher Perspektiven hat mir die Wichtigkeit des Themas ‚interdisziplinäre Kommunikation’ deutlich gemacht, da diese nicht immer reibungslos von statten geht.“
In Andalusien fühlte Samuel Sindhu sich schnell wohl; die Spanier erlebte er als sehr offene und freundliche Menschen. Als „typischen Deutschen“ befremdete ihn zuerst die Sitte der Siesta, er musste sich daran gewöhnen, dass alle Geschäfte zwischen 14 und 18 Uhr geschlossen haben. Nach einer Weile genoss er es aber, entspannter zu Leben als in Deutschland. Zu einigen seiner Kollegen entwickelte der Student eine gute Freundschaft, so dass er sie auch in Zukunft wieder besuchen will. „Das Praktikum hat mich sowohl persönlich als auch fachlich weitergebracht, und ich erinnere mich gerne an die Zeit in Spanien zurück. Neben neuen fachlichen Perspektiven, neuen Kontakten und vielen Erfahrungen habe ich auch verbesserte Kenntnisse der spanischen Sprache und Lust auf mehr Ausland wieder mit nach Deutschland nehmen können“ zieht Samuel Sindhu Bilanz. Vor diesem Hintergrund findet er es schade, dass er in seinem Jahrgang der einzige Studierende des Fachbereichs war, der sein studienintegriertes Praktikum im Ausland absolviert hat. „Ich möchte meine Kommilitonen dazu ermutigen, die Möglichkeit eines Praktikums im Ausland in Betracht zu ziehen und sich die bereichernden Erfahrungen nicht entgehen zu lassen!“
Sie wollen auch für ein Studien- oder Praxissemester ins Ausland? Informieren Sie sich auf den Seiten des Büros für Internationales:
www.hs-rm.de/international
