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27.01.2012 17:00

Begeisterte Nachwuchsforscher

Von: Jan Wüntscher

Begabte hessische Schüler experimentieren im Rüsselsheimer Wasserstofflabor

Junge Forscher im Wasserstofflabor der Hochschule RheinMainAls erste Fachhochschule überhaupt war die Hochschule RheinMain in Rüsselsheim Ende Januar Gastgeber des "Erfinderlabors" für hochbegabte Oberstufenschülerinnen und -schüler, das zum zehnten Mal vom Zentrum für Chemie (ZFC) in Kooperation mit der hessischen Landesregierung ausgerichtet wurde. Prof. Dr. Birgit Scheppat vom Studienbereich Physik am Rüsselsheimer Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain führte die 16 jungen Forscherinnen und Forscher drei Tage lang in die zukunftsweisende Brennstoffzellen- und Wasser­stofftechnologie ein. Die Schülerinnen und Schüler waren nach strengen Leistungskriterien aus insgesamt 140 qualifizierten Kandidaten von 57 hessischen Schulen – von Melsungen bis Bensheim - ausgewählt worden.

Unterstützt von namhaften Kooperations­partnern greift das Erfinderlabor Themengebiete auf, die im Schulunterricht nicht oder nur partiell behandelt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen dabei nicht nur Hochschulen, sondern auch weltweit agierende Firmen kennen. An der Hochschule RheinMain sei die Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und Unternehmen besonders eng gewesen, lobte Organisator Dr. Thomas Schneidermeier vom ZFC.

Mit der Hanauer Partnerfirma Umicore, bei der am Freitag, 27. Januar, auch die Abschlussveranstaltung mit Kultusministerin Dorothea Henzler stattfand, kooperiert die Physikalische Technik der Hochschule RheinMain bereits seit Jahren. „Wir sind generell sehr praxisorientiert und betreiben viel angewandte Grundlagenforschung“, erklärte Prof. Dr. Scheppat, die auch stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen (H2BZ) ist. Die guten Kontakte zur Industrie kamen den Schülern auch beim Besuch des Zentrums für alternative Antriebe der Adam Opel AG in Mainz-Kastel zugute, wo sie in einem HydroGen4-Brennstoffzellenfahrzeug mitfahren durften.

Junge Forscher im Wasserstofflabor der Hochschule RheinMainIm Mittelpunkt stand für sie jedoch die Teamarbeit im Labor, wo sie sich mit unterschiedlichen Fragestellungen auseinandersetzen mussten – eine ideale Möglichkeit, um wissenschaftliches Arbeiten kennenzulernen. Konkrete Vorgaben hatten sie dabei nicht, es galt vielmehr, eigene Ansätze zur Problemlösung zu entwickeln und am Abschlusstag vor knapp 150 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Schule und Hochschule zu präsentieren. „Die sind unheimlich heiß darauf, selbst etwas zu tun und ihre Ideen zu Ende denken zu können“, beobachtete Prof. Dr. Scheppat. „Um 17 Uhr müssen wir sie hier regelrecht rauskehren.“

„Wir können hier alle Einrichtungen nutzen, wie die richtigen Forscher“, freute sich eine der Teilnehmerinnen. „Naturwissenschaften machen mir schon in der Schule Spaß. Aber das hier ist noch mal etwas ganz anderes“, ergänzte ein anderer Schüler. Angesichts dieser Begeisterung erscheint eine Rückkehr des Erfinderlabors an die Hochschule RheinMain in den kommenden Jahren durchaus denkbar. Seit 2005 bemüht sich das Bensheimer ZFC auf diese Weise, das Interesse für das Schulfach Chemie zu wecken, naturwissenschaftlich begabte Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern und die Lehrkräfte bei der Gestaltung eines anschaulichen und berufsorientierten Unterrichts zu unterstützen. Weitere Veranstaltungen zu Nano- und Biotechnologie fanden in den zurückliegenden Monaten bereits in Marburg und Darmstadt statt.

Bei der Abschlusspräsentation in Darmstadt saß Prof. Dr. Birgit Scheppat (2.v.l.) mit in der Jury.