Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation

Rechenschaftsbericht der Frauenbeauftragten 2007 - 2008

An der Fachhochschule Wiesbaden hat es eine sichtbare Veränderung bei der Erreichung der Gleichstellung von Männern und Frauen zum Berichtszeitraum 2005 - 2006 gegeben. Hatte sich der Anteil der Professorinnen von 13,2 % (2004) nur marginal auf 13,5 % (2006) erhöht, ist der Anteil der Professorinnen mit 16,7 % deutlich angestiegen. Ebenso spiegelt sich die Veränderung in der Besetzung der Dekanate wieder. Von sechs Fachbereichen werden zwei sowohl von einer Dekanin als auch von einer Studiendekanin geleitet. Besonders ist hierbei hervorzuheben, dass einer dieser Fachbereiche der Fachbereich Ingenieurwissenschaften ist.

Die Fachhochschule Wiesbaden hat im Berichtszeitraum 2007 - 2008 mehrere Doktorandenstellen geschaffen. Hier sind 66 % der Stellen mit Frauen besetzt. Im Doktorandenkolleg des Fachbereichs Geisenheim sind alle 4 Doktorandenstellen mit Frauen besetzt worden.

Den Hauptteil der Mitarbeiterinnen der Fachhochschule findet man zwar immer noch in den Eingruppierungen von BAT VII bis V und hier wie bisher einen hohen Anteil von Halbtagskräften. Jedoch konnte eine deutliche Anhebung des Frauenanteils in den höheren Tarifgruppen vermerkt werden. Der Anteil liegt zwischen 40% und 50%, bei der Vergütungsgruppe Ib sogar bei 57 %.

Im Jahr 2007 wurde zum vierten Mal der mit 6.000 Euro dotierte Frauenförderpreis für herausragende Projekte, die spürbar die Förderung von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter vorangetrieben haben, vergeben. Mit dem Preis wurden gleich drei Preisträger ausgezeichnet:

1. Für die Erhöhung des Frauenanteils unter den Laboringenieuren und die gute Koordination der Arbeitszeiten von Halbtagskräften mit Kind erhielt die Fachgruppe Mathematik des Studienbereichs Umwelttechnik und Dienstleistungen im Fachbereich Ingenieurwissenschaften 500 Euro.

2. An den Studienbereich Informatik des Fachbereichs Design, Informatik, Medien gingen 2.500 Euro. Der Studienbereich wurde für das Angebot von Informationsveranstaltungen speziell für Mädchen der Klasse fünf bis zehn am Girls´ Day und die Schnuppertage für Schülerinnen der elften und zwölften Jahrgangsstufe ausgezeichnet.

3. Die Mensa der FH Wiesbaden am Kurt-Schumacher-Ring erhielt 3.000 Euro. Sie unterstützt durch ihre kindgerechte Ausstattung und ihrem kinderfreundlichen Personal Studierende mit Kind. Dies hilft besonders Studentinnen bei der Vereinbarung von Familie und Studium.

Vom Preisgeld wurde von der Mensaleitung umgehend eine Spielecke für Kinder eingerichtet.

Anfang 2008 hat der Senat die Kriterien für die Vergabe des Frauenförderpreises insoweit abgeändert, dass neben abgeschlossenen Maßnahmen auch geplante Vorhaben gefördert werden können. Die Projekte sollen die Förderung von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter vorantreiben und die Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie an der FHW erleichtern. In der Senatssitzung im Dezember 2008 wird über die Vergabe des Frauenförderpreises 2008 entschieden und der Preis selbst Anfang 2009 vergeben.

Am 26. März 2007 hat die Fachhochschule Wiesbaden das Grundzertifikat „audit familiengerechte hochschule“ erhalten. Mit dem Grundzertifikat bescheinigt die berufundfamilie gGmbH der Fachhochschule Wiesbaden, dass das audit familiengerechte hochschule erfolgreich durchgeführt wurde. Im Rahmen der Auditierung wurden der Bestand familienorientierter Maßnahmen begutachtet und weiterführende Zielvorgaben zur Verwirklichung familiengerechter Studienbedingungen sowie einer familienbewussten Personalpolitik definiert.

Für die nächsten 3 Jahre hat sich die Fachhochschule Wiesbaden unter anderem folgende Ziele gesetzt:

  • Verbesserung der Situation von Studierenden mit Kind an allen drei Standorten
  • Aktive Förderung der Beschäftigten mit Familie
  • Erhöhtes Familienbewusstsein bei den Führungskräften
  • Verbesserung der internen Kommunikation zum Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf/Studium an der Fachhochschule Wiesbaden verbunden mit der Internetseite der FH
  • Verstärkung der externen Kommunikation und Außendarstellung der Fachhochschule

Eine jährliche Berichterstattung an die berufundfamilie gGmbH dokumentiert die Umsetzung der selbst vorgegebenen Ziele. Durch die Verteilung der Fachhochschule Wiesbaden auf die drei Studienorte Wiesbaden, Rüsselsheim und Geisenheim und am Studienort Wiesbaden auf drei weitere Standorte gestaltet sich die Umsetzung der Zielvereinbarungen schwieriger als im Vorfeld angenommen.

Damit die Ziele, die sich die Hochschule gesteckt hat, erreicht werden können, sind oft umfangreiche Vorermittlungen notwendig, die in der AG Gleichstellung, die das Projekt begleitet, gesammelt und ausgewertet werden.

Im Bericht im Mai 2008 an die berufundfamilie gGmbH konnten in folgenden Handlungsfeldern Fortschritte dokumentiert werden:

Arbeitszeit:

Die Dienstvereinbarung zur flexiblen Arbeitzeit ist vom Ministerium genehmigt und mit der technischen Umsetzung wird Ende 2008 begonnen.

Durch flexiblere Arbeitszeiten sollen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Möglichkeiten zur Mitgestaltung der eigenen Arbeitszeit und damit der besseren Vereinbarkeit von Arbeitszeit und Freizeit sowie von Familie und Beruf eröffnet werden.

Personalentwicklung:

Im Frühjahr 2008 wurde eine Personalentwicklungsstelle geschaffen. Hier sollen Konzepte entwickelt und umgesetzt werden, die in den Zielvereinbarungen festgelegt wurden. Hierzu gehören unter anderem die aktive Förderung der Beschäftigten mit Familie, „Best-Practice-Beispiele“, bei denen eine erfolgreiche Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelungen ist und die Entwicklung einer Personalbedarfsbörse.

Alle Beschäftigten der Hochschule, die in Elternzeit sind, werden von der Frauenbeauftragten über die Entwicklung an der Hochschule unterrichtet und über die Weiterbildungsangebote informiert.

Führungskompetenz

Die Weiterbildung hat das Querschnittsthema Familienbewusstsein in die Schulung „Jahresgespräch für Führungskräfte“ aufgenommen und das Thema wird von den Vorgesetzten jetzt gezielt in die Jahresgespräche eingebracht.

Service für Familien

Seit Ostern 2007 bietet eine Kooperation des Sozialministeriums und der Stadt Wiesbaden die Möglichkeit, Mitarbeiterkindern der Landesdienststellen in Wiesbaden und den nachgeordneten Behörden an dem Ferienbetreuungsangebot der Stadt Wiesbaden teilzunehmen. Das Kinderbetreuungsangebot und den Zugang für die Hochschule übernimmt an der FHW die Frauenbeauftragte. Leider konnten bisher die Studierenden der FHW nicht in das Programm aufgenommen werden, da das Sozialministerium diese Ferienbetreuungsplätze nicht bezuschusst.

Eine Kinderspielecke wurde in der Bibliothek in Wiesbaden am Kurt-Schumacher-Ring eingerichtet, ebenso in der Mesa an diesem Standort. Buntstifte, Malbücher usw. können im SIC (StudienInformationsCentrum) und in der Bibliothek Rüsselsheim von den Eltern kurzfristig für die begleitenden Kinder ausgeliehen werden.

Am Kurt-Schumacher-Ring wurde ein Wickeltisch im Toilettenbereich der Damentoilette am Audi-Max installiert.

Für einen großen Teil der angestrebten Maßnahmen im Zuge des Audits wurden kleine Umsetzungsschritte eingeleitet, jedoch noch kein abschließendes und umfassendes Ergebnis erzielt. Die Umsetzung muss in den nächsten beiden Jahren vorrangig betrieben werden, damit die Hochschule bei der Reauditierung das Zertifikat „familiengerechte hochschule“ erhalten kann.

Die Kooperation mit dem MentorinnenNetzwerk für Frauen in Naturwissenschaften und Technik aller Hessischen Universitäten und Fachhochschulen wurde fortgesetzt. Jährlich nehmen an dem Mentoring vier bis fünf Studentinnen teil. Allerdings melden sich mehr Studentinnen für das Netzwerk und Training an, da hier der Zeitaufwand überschaubarer ist und sie trotzdem berufliche Netzwerke aufbauen können.

Ein weiteres Projekt 2008 für Studentinnen der Fernsehtechnik, Informatik und Medieninformatik ist: „Ihre Chance im ZDF“. Studentinnen technischer Fachrichtungen sollen die Möglichkeit erhalten beim ZDF ein Praxissemester zu absolvieren, eine Studienarbeit und eine Diplomarbeit durchzuführen. In einer Informationsveranstaltung werden Studentinnen der FHW die Berufe in der Fernsehproduktion und die Perspektiven für Frauen im ZDF vorgestellt. Sie werden durch verschiedene Produktionsbereiche geführt und können die Arbeitsplätze in den verschiedenen Abteilungen besuchen. Sie können mit Vertreter/innen der Geschäftsbereiche, der Personalabteilung und der Aus- und Fortbildung sprechen und die Produktion einer Live-Sendung miterleben. Diese Informationsveranstaltung soll jährlich wiederholt werden.

 

Kontakt

Frauenbeauftragte

 Dipl. Ing. (FH) Regina Müller

Telefon 0611-9495-1199
E-Mail  frauenbeauftragte@hs-rm.de

Mitarbeiterin

Ursula Eckhardt

familiengerechte hochschule

Telefon 0611-9495-1676
E-Mail ursula.eckhardt[at]hs-rm[.]de