Vertr. Prof. Dr. Mechthild Stubbe-Hetzel | Soziale Arbeit

Allgemein:

Raumnummer: C.309
E-Mail: Mechthild.Stubbe-Hetzel(at)remove-this.hs-rm.de
Telefon: +4961194951921

Anschrift:

Kurt-Schumacher-Ring 18
65197 Wiesbaden

Sprechzeiten:

Mi 14:00-15:00 Uhr (Vom 1.-31.8. keine Sprechzeit)

Didaktik

Was mich an der Aufgabe zu lehren in besonderem Maße anspricht, ist stets aufs Neue fachliche Fragen in ihrer lebensweltlichen Bedeutung systematisch zu erschließen und umgekehrt, im alltäglichen Denken und Sprechen das spezifisch wissenschaftliche Interesse gemeinsam zu entdecken. Dies umfasst, die im Seminargespräch neu aufgeworfenen Fragen zum vertiefenden und weiterführenden Studium aufzunehmen, um dann wiederum das neu Entdeckte im Gespräch zu erproben.
Die Studierenden lehren mich im Gespräch mit ihnen, dass ganz bei der Sache zu sein bedeutet, ganz bei sich zu sein. Das beschreibt einen Zusammenhang von der Begeisterung für den Gegenstand und einer Präsenz, die das Gespräch mit ihnen ermöglicht und hat seine Entsprechung in der Bildungsbegleitung: Studierende finden „ihr“ Thema.

Begutachtung BA-Thesis - Themenschwerpunkte

  • Inklusion, Partizipation, Teilhabe (Geschichte, Ethik, Paradigmen)
  • Grenzfragen am Anfang und Ende des Lebens (PND, Lebensrecht, Hospiz)
  • Soziale Reaktion, Einstellungen und Verhalten (Stigmatisierung und ldentität)
  • Soziale Differenzkategorien - Race, Gender, Body, Class - und ihre Analyse
  • Empirische Methode : Diskursanalyse

Arbeitsfelder und Institutionen

Kritische Theorie in empirischer Sozialforschung

Projekte

FREIHEIT IM URTEILEN | Laufzeit 11.2012 -

Im Ausgang davon, kreativ schöpferische Prozesse nachzuzeichnen, frage ich danach, was geschieht, wenn wir urteilen.
a. - Zunächst spreche ich von der Freiheit vom Urteilen, das heißt der Freiheit von sozialen Verbindlichkeiten. Im Verlauf eines jeden schöpferischen Prozesses stehen die Kriterien auf dem Spiel, nach denen wir urteilen (nach gut und schlecht, nach gelungen und misslungen,...). Von Bedeutung ist zunächst, "dass" etwas entsteht und sichtbar wird. Was im schöpferischen Vollzug erscheint unmittelbar identifizieren zu wollen, ist dann nicht möglich, sofern erst mit dem Werk auch die Kriterien seiner Beurteilung hervorgebracht werden.
b. - Da ich den schöpferischen Prozess auf die Frage beziehe, was wir tun, wenn wir urteilen, führen meine Überlegungen jetzt auf soziale Verbindlichkeit: die Freiheit zum Urteilen. Dem schöpferischen entsprechend werden im Prozess zu urteilen erst die Kriterien dazu gebildet. Diejenigen, die gewahr werden, dass etwas und genau dies geschieht, werden darüber urteilen können. Erst in der Frage danach, etwa was sozial gerecht (verbindlich, gastfreundlich,...) sei, werden die Kriterien dazu näher bestimmt: von denjenigen und nur ihnen allein, die daran teilhaben, dass soziale Gerechtigkeit (Verbindlichkeit, Gastfreundlichkeit,...) greifbar wird.
c. - In dem Sinn ist es mein Ziel, im Ausgang der politischen Schriften Immanuel Kants, hier folge ich Hannah Arendt und François Lyotard, Enthusiasmus als eine "Gemeinschaft im Werden" zu erschließen.


EINE FRAGE VON TEIHABE UND AUSSCHLUSS | Laufzeit 2007-2012
Zur Konzeptualisierung von Bildung in Aufklärung und Gegenwart

Normativität und Bildung. - Die Studie verfolgt das Interesse, beide Perspektiven aufeinander zu beziehen: normativistische Bildungskonzepte menschlicher Vollkommenheit (des Reichen, Schönen, Weißen, Mannes) und moralische Bildung (Ist Tugend lehrbar?). Leitend für die Untersuchung ist die Frage nach der Einbeziehung oder dem Ausschluss von Heterogenität in Bildungskonzepten der Aufklärung und Gegenwart. Mit der Problemstellung ist ein Vergleich aus diachroner wie synchroner Perspektive avisiert. Der ethische wie anthropologische Ausgangspunkt der Studie liegt in der tiefgreifenden Skepsis gegenüber einem Typus (des Privilegierten), der für das Konzept von Bildung über eine historisch lange Zeit verbindlich wurde. Für den Anspruch zum besseren Menschen zu bilden sind Wertungsprozesse konstitutiv (nach Geschlecht, Körper, Kultur, Besitzstand), die für die Frage von Teilhabe und Ausschluss wesentlich sind. Damit gewinnt ein Konzept von Bildung Kontur, das in der Gefahr steht, die Emphase der Aufklärung bereits im Ansatz zu unterlaufen; es bestimmt die Debatten bis in unsere Zeit.

  • Mechthild Hetzel, Eine Frage von Teilhabe und Ausschluss - Zur Konzeptualisierung von Bildung, in: Inklusion in Bildungsinstitutionen - Eine Herausforderung an die Heil- und Sonderpädagogik, hrsg. v. B. Lütje-Klose, M.-Th. Langer, B. Serke, M. Urban, Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 2011.


AUTONOMIE IN ABHÄNGIGKEIT | Laufzeit: 2009-2010
Zur Sterilisation „Einwilligungsunfähiger“

Das Forschungsprojekt hat am Beispiel der Sterilisation die Frage nach der Entscheidungsautonomie von Frauen zum Gegenstand, die als einwilligungsunfähig gelten. In den Vorgaben des Gesetzgebers steht das Selbstbestimmungsrecht der von der Sterilisation Betroffenen im Widerspruch dazu, sie als einwilligungsunfähig zu adressieren. Die zentrale Problemstellung lautet, wie dieser konzeptionelle Widerspruch praktisch gelöst wird.


DISKURSE VON BEHINDERUNG UND IHRE KRITIK | Laufzeit 2003-2006

Die vorgelegte Studie untersucht die marginalisierungspolitisch wie sozial- und lebenswissenschaftlich polarisierten Diskurse von Behinderung. Am Leitfaden der Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen von Sprech- und Handlungsweisen in diesem Feld wird das Leistungsvermögen philosophischer Ethik auf die Probe gestellt; und dies nicht allein am Beispiel einschlägiger Thesen, etwa zum Infantizid oder zum Menschsein. Am Ausgang der These einer Provokation des Ethischen stehen weitergehende Überlegungen zur Gewaltförmigkeit von Sprache oder zum Zusammenhang von Ethik und Gesellschaftskritik, die im Sinne einer eigenen Perspektive darauf vorangetrieben werden, wie von Behinderung noch oder nicht mehr zu sprechen wäre.

  • Mechthild Hetzel. Provokation des Ethischen: Diskurse über Behinderung und ihre Kritik. Mit e. Vorwort von G. Gamm. Beiträge zur Philosophie. Neue Folge. Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2007

REZENSIONEN: Journal Phänomenologie, 2009, Nr. 31 (Jens Kertscher); Zeitschrift für Heilpädagogik, Verband Sonderpädagogik vds, 2009, Nr. 2 (Hans-Uwe Rösner); Erziehungswissenschaftliche Revue EWR 7, 2008, Nr. 3 (Jan Weisser)