Prof. Dr. habil. Dipl.-Ing. Thilo Hilpert | Projekt, Städtebau, Baugeschichte, Gestalten

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Biographical Note

Thilo Hilpert is a historian and urban planner. He has taught in Berlin, Damascus and Philadelphia, and is a professor at the Wiesbaden University of Applied Sciences. He has published books on Le Corbusier (1978, 1984, 1987), Bruno Taut (1980), Mies van der Rohe (2002) and the Bauhaus (1999).

Thilo Hilpert, Städtebauarchitekt, Soziologe und Publizist; 1947 geb. in Köthen/ Anhalt; 1951 Übersiedlung nach  Westdeutschland. Zusammentreffen 1965 mit Le Corbusier. Studium der Architektur (Dipl.-Ing. Städtebauarchitekt) Literatur und Soziologie (Dr. disc. pol.). Arbeit am Nachlass Le Corbusiers („Die Funktionelle Stadt“, Reedition „Charta von Athen“); Publikationen u.a. zu Bruno Taut, Bauhaus, Mies van der Rohe. Zahlreiche Artikel zur Architekturtheorie in Casabella, AMC und Arch+. Lehre in Berlin, Damaskus, Wiesbaden und Philadelphia. Publikation der Stadtprojekte in „Town in Mind“ (Vorwort Paul Virilio)

Lehrprojekte von 1978 bis 2010

  

   

   

   

   

   

   

   

   

 

Wissenschaftlicher Werdegang Prof. Dr. habil. Dipl.-Ing Thilo Hilpert

(zusammengefasst von cand arch. Jan Wübbena)

1947-1966
1947 in Koethen/Anhalt geboren; 1951 Übersiedlung und Jugendzeit in Ludwigshafen/Rhein. Vater ist Architekt und Fotograf; Leiter einer großen Wohnungsbaugesellschaft. Auslandsreisen nach Paris, Brüssel, Rom, Madrid, Istanbul; spricht fließend Englisch und Französisch. Trifft den Regisseur Fritz Lang, den Philosophen Ernst Bloch, die Architekten Richard Neutra und Le Corbusier (Stipendium 1965 der Stadt Ludwigshafen); Abitur 1966.

1967-1977
1967-72 Studium der Soziologie, Germanistik und Kunstgeschichte in Mannheim und Göttingen (Magister), danach ab 1972 Architektur in Berlin und Paris; Abschluss 1978 an der Universität
Kaiserslautern mit dem Schwerpunkt Städtebau (bei Albert Speer).  Parallel dazu seit Beginn der 70er Jahre Forschungen in Paris am Nachlass Le Corbusiers zu den städtebaulichen Konzeptionen der Moderne. Promotion bei dem Soziologen Hans Paul Bahrdt in Göttingen (Dr. disc. pol., summa cum laude).

1978-1984
Buchpublikation 1978 der Doktorarbeit „Die Funktionelle Stadt“ bei Bauwelt Fundamente; seitdem insgesamt 12 weitere Buchpublikationen. Erste Artikel 1978 in AMC, Paris und 1979 in Casabella, Mailand; seitdem rund 60 Texte und Artikel, davon 25 Beiträge zur Geschichte der Moderne, 15 Texte zur Architekturtheorie und 17 Texte zu Städtebau und seinen Perspektiven.

Assistent am Fachbereich Architektur an der TU Berlin seit 1978; Forschungen und Publikationen zum Problem historischer Stadtstrukturen und moderner Stadtplanung des Funktionalismus (Taut, Prager Platz). 1983 Habilitation und kritische Neuausgabe der „Charta von Athen“, der international wirksamen Städebauprogrammatik der Moderne (1985). Dann Professor an der Universität Damaskus 1984/85 zum Aufbau eines Postgraduierten Studiums.  Ziel war die Erhaltung  der Altstadt von Damaskus, die der „Plan Ecochard“ bedrohte, exemplarische Bauaufnahme und Sanierung des Suqaq Humrawi an der Omayaden-Moschee mit Studenten der Universität Damaskus.

1984-1990
Berufung 1984 als Professor
an der FH Wiesbaden.  Übernahme der Lehre im Fach „Städtebau und Entwerfen“.  1987 mit Studenten zum 100jährigen Geburtstag Le Corbusiers große Werkausstellung und Buch „Das Atelier der Ideen“ in Frankfurt am Main mit Messe und Bund Deutscher Architekten. Vorträge in Madrid, Rom und Paris. Gastprofessur 1988 an der renommierten Graduate School of Fine Arts, University of Pennsylvania, Philadelphia; Beginn des Austauschs mit international bedeutenden Architekturtheoretikern wie Joseph Rykwert, Kenneth Frampton, Manfredo Tafuri, Claude Schnaidt, Tomas Maldonado.

1990-1996
Forschungsprojekt der Landes Hessen 1990 zum Osthafen in Frankfurt und zur Planung grosser Areale mit Rahmenmodell und Simulation zeigt, neue experimentelle Methoden des umweltgerechten Städtebaus. Ab Beginn der 90er Jahre dann bedeutende städtebauliche Wettbewerbe und Gutachten wie die Einladung, neben O. M. Ungers, Herzog & de Meuron u.a., zur Teilnahme am Wettbewerb für die Weltausstellung in Hannover; Gutachten zur Nachentwicklung von Großsiedlungen wie Berlin-Marzahn mit 150 000 Einwohnern. Die Zusammenarbeit mit Zukunftsforschern und Landschaftsplanern aus Frankreich beginnt.

Das Gebäude des Bauhaus Dessau wird als Standort und Thema in die Vermittlung von „Darstellungstechniken“ einbezogen, während sich die theoretischen Beiträge in dieser Zeit vor allem um das Thema „Erbe und Erblast der Moderne“ gruppieren, das auch zur Aufgabe im praktischen Städtebau wird. Das von der DFG und der UNESCO geförderte Kolloquium „Le Corbusier in Deutschland“ im Jahr 1996 in Wiesbaden wird zur Zäsur. Es ist Teil einer Veranstaltungsreihe in Städten in der ganzen Welt und wirft zugleich ein Licht auf die Nachkriegsmoderne, die bei den Kollegen in Nancy, Paris und Brüssel bereits zum Forschungsgebiet wird; Artikel zum Thema der Deutschen Nachkriegsarchitektur (Interbau, Kirchen von Rudolf Schwarz, Ernst Neufert, Stadtvisionen der 60er).

1996-2002
Es folgt die Ernennung 1999 zum Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Bauhaus Dessau sowie der “Première Rue“, Cité Radieuse Le Corbusier in Briey-en-Foret. Vortragsreisen nach Mexiko und im Jahr 2000 in die USA nach Chicago, 
Cincinnati und Boston („German Architecture from Bauhaus to the Future“). Als sich in den USA die Absicht zeigt, das Werk von Mies van der Rohe aus dem reichen Nachlass in Amerika zu dokumentieren, wächst die Idee zu einem eigenen Beitrag aus seinem Geburtsland. So entstehen  Szenografie und Katalog zur Ausstellung über „Mies van der Rohe im Nachkriegsdeutschland“ in den Meisterhäusern Dessau 2002, an der maßgeblich Studenten aus Wiesbaden mitwirken. Mit Reinhold Rüttenauer als Partner, der als Student an Eiermanns Pavillon 1958 für die Weltausstellung in Brüssel baute, gelingen erfolgreiche städtebauliche Wettbewerbe; dazu Gutachten zu Wohnsiedlungen der Nachkriegszeit. 

2002-2008
Zahlreiche Vorträge im In- und Ausland zur Nachkriegsarchitektur und zum Städtebau; in der Lehre soll das 2004 begonnene Forschungsprojekt zum „Philosophikum“ von Ferdinand Kramer als „Dokumentation eines vom Abriss gefährdeten Baus“ die Anwendung von Methoden der Bauaufnahme für Gebäude der Moderne verdeutlichen. Wie die städtebaulichen Entwürfe zur Rekonstruktion kriegszerstörter Städte in der Jahren 2004-06, zielt das Forschungsprojekt unter studentischer Beteiligung auf einen zukünftigen Studiengang „Bauen im Bestand“. Ein wichtiger Beitrag hierzu sollte auch der funktionale und soziologische Aspekt bei Umbauten sein wie er 2005 in dem beachteten Projektentwurf „Leben und Wohnen im Alter“ in Wiesbaden exemplarisch verdeutlicht wurde.

Das von der DFG geförderte Kolloquium „Modern Architecture in Postwar Europe“  gibt 2005 einen Überblick über den Forschungsstand in den europäischen Ländern zur Nachkriegsmoderne. Die Kontakte zu Hochschulen im Ausland werden nicht nur nützlich für die Vermittlung von Auslandsstudien; es entsteht ein vernetztes Forschungsprojekt bei der DFG - „Denkmal Moderne“ - mit Professoren, die an technischen Hochschulen wirken. Es wird Grundlage für eine gemeinsame Betreuung von Doktorarbeiten bei hochqualifizierten Absolventen der HS Rhein-Main.

2008-heute
In der vergangenen fünf Jahren 
entstanden vielfältige Kontakte zu Hochschulen in den „Schwellenländern“ wie Indien, Brasilien und China, die sich auf die Kontakte aus Bauforschung und Städtebau der vergangenen Jahre stützen können. Mit der Jiaotong University in Chengdu konnte eine Kooperation vermittelt werden.

 

Wiesbaden, den 30.03.2011