GUTE WISSENSCHAFTLICHE PRAXIS

Position zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und die Ansprechpartner an der Hochschule RheinMain

KOMMISSION ZUR UNTERSUCHUNG VON VORWÜRFEN WISSENSCHAFTLICHEN FEHLVERHALTENS

GRUNDSÄTZE der Fachhochschule Wiesbaden zur SICHERUNG GUTER WISSENSCHAFTLICHER PRAXIS

Die folgenden Grundsätze hat das Präsidium der Fachhochschule Wiesbaden im Rahmen der Eilkompetenz des Präsidenten nach § 44 Abs. 4 HHG am 19. August 2002 einstimmig verabschiedet. Ihnen liegt eine Empfehlung der HRK zu Grunde.

ERSTER ABSCHNITT: REGELN GUTER WISSENSCHAFTLICHER PRAXIS

§ 1 Leitprinzipien

(1) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an der Fachhochschule Wiesbaden tätig sind, sind verpflichtet,

lege artis zu arbeiten,

Resultate zu dokumentieren und alle Ergebnisse konsequent selbst anzuzweifeln,

strikte Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Partnern, Konkurrenten und Vorgängern zu wahren,

wissenschaftliches Fehlverhalten zu vermeiden und ihm vorzubeugen und

die im folgenden beschriebenen Regeln zu beachten.

(2) Neben Maßnahmen zur Feststellung und Ahndung wissenschaftlichen Fehlverhaltens sollen geeignete Maßnahmen getroffen oder verstärkt werden, um wissenschaftliches Fehlverhalten nicht entstehen zu lassen. Der Hochschule als Stätte von Forschung, Lehre und Studium kommt hierbei institutionelle Verantwortung zu.

(3) Jede Leiterin oder jeder Leiter einer Arbeitsgruppe hat sich wissenschaftlich vorbildlich zu verhalten. Studierende und Wissenschaftler müssen im Interesse ihrer eigenen Zukunftsplanung auch selber wachsam gegenüber möglichem Fehlverhalten in ihrem Umfeld sein.

(4) Die Fachbereiche sind aufgefordert, in der curricularen Ausbildung "wissenschaftliches Fehlverhalten" angemessen zu thematisieren und Studierende und Wissenschaftler über die in der Fachhochschule Wiesbaden geltenden Grundsätze zu unterrichten.

§ 2 Zusammenarbeit und Leitungsverantwortung in Arbeitsgruppen

Die Leiterinnen oder Leiter von Forschergruppen tragen die Verantwortung für eine angemessene Organisation, die sichert, dass die Aufgaben der Leitung, Aufsicht, Konfliktregelung und Qualitätssicherung eindeutig zugewiesen sind und tatsächlich wahrgenommen werden

§ 3 Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Wer eine Arbeitsgruppe leitet, trägt Verantwortung dafür, dass für Graduierte, Promovenden und Studierende eine angemessene Betreuung gesichert ist. Für jede oder jeden von ihnen muss es in der Arbeitsgruppe eine primäre Bezugsperson geben, die ihr oder ihm auch die Grundsätze der Fachhochschule Wiesbaden zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis vermittelt.

§ 4 Leistungs- und Bewertungskriterien

Originalität und Qualität haben als Leistungs- und Bewertungskriterien für Prüfungen, für die Verleihung akademischer Grade und für Berufungen Vorrang vor Quantität. An diesem Grundsatz wird sich die Fachhochschule Wiesbaden auch bei der Ausgestaltung von Evaluationsverfahren orientieren.

§ 5 Sicherung und Aufbewahrung von Primärdaten

Primärdaten als Grundlagen für Veröffentlichungen sind auf haltbaren und gesicherten Trägern in der Institution, in der sie entstanden sind, für zehn Jahre aufzubewahren. Wann immer möglich, sollen Präparate, mit denen Primärdaten erzielt wurden, für denselben Zeitraum aufbewahrt werden.

§ 6 Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Autorinnen und Autoren wissenschaftlicher Veröffentlichungen tragen die Verantwortung für deren Inhalt stets gemeinsam. Eine sogenannte "Ehrenautorschaft" ist ausgeschlossen.

ZWEITER ABSCHNITT: VERMEIDUNG VON FEHLVERHALTEN IN DER WISSENSCHAFT.

§ 7 Verfahren bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten

(1) Die Fachhochschule Wiesbaden folgt beim Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten der Empfehlung der Hochschul-Rektoren-Konferenz (HRK) "Zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten in den Hochschulen".  Diese Empfehlung des 185. Plenums vom 6.7.1998 ist verbindlicher Teil der Grundsätze der Fachhochschule Wiesbaden

(2) In Ausführung dieser HRK-Empfehlung hat das Präsidium der Fachhochschule Wiesbaden eine Kommission eingerichtet, der je ein Mitglied aus den drei Studienorten der Hochschule angehört. Die Kommission kooptiert ein weiteres Mitglied aus dem vom Fehlverhaltensverdacht betroffenen Fachgebiet. Die Kommissionsmitglieder werden für drei Jahre bestellt.

(3) Das Präsidium der FHW bestellt einen erfahrenen Hochschullehrer oder Hochschullehrerin als Ansprechpartner/Ansprechpartnerin für diejenigen, die Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens vorzubringen haben (Ombudsmann/Ombudsfrau). Der Ombudsmann/die Ombudsfrau berät als Vertrauensperson diejenigen, die ihn/sie über ein vermutetes wissenschaftliches Fehlverhalten informieren und greift von sich aus einschlägige Hinweise auf, von denen er/sie (ggf. über Dritte) Kenntnis erhält. Er/sie prüft die Vorwürfe unter Plausibilitätsgesichtspunkten auf Konkretheit und Bedeutung, auf mögliche Motive und im Hinblick auf Möglichkeiten der Ausräumung der Vorwürfe.

Für den Ombudsmann/die Ombudsfrau wird ein Stellvertreter/Stellvertreterin bestellt, der/die für den Fall der Verhinderung oder der Befangenheit tätig wird.

Zu Ombudsleuten sollen nur Persönlichkeiten bestellt werden, die aufgrund der ihnen möglicherweise zugehenden Informationen nicht selbst zu einschlägigem Handeln, beispielsweise als Institutsleiter/Institutsleiterin oder Dekan/Dekanin oder als Dienstvorgesetzter/Dienstvorgesetzte gezwungen sind. Jedes Mitglied der Hochschule hat Anspruch darauf, den Ombudsmann/die Ombudsfrau innerhalb kurzer Frist persönlich zu sprechen.

Der Ombudsmann/die Ombudsfrau und sein/seine Stellvertreter/Stellvertreterin werden jeweils für drei Jahre bestellt; eine wiederholte Bestellung ist möglich.

MITGLIEDER DER KOMMISSION

Prof. Dr. Bernhard Gross - Fachbereich Ingenieurwissenschaften

Prof. Dr. Reinhold Kröger - Fachbereich Design Informatik Medien

Amtszeit: 29. November 2013 - 28. November 2016

OMBUDSFRAU

Prof. Claudia Aymar - Fachbereich Design Informatik Medien

Amtszeit: 29. November 2013 - 28. November 2016

STELLVERTRETENDER OMBUDSMANN

Prof. Dr. Friedemann Völklein - FB Ingenieurwissenschaften

Amtszeit: 29. November 2013 - 28. November 2016