Beteiligte Wissenschaftler:
Fachgebiete:
Ziel
Bei Erdbeeren als Modellkultur soll der Einfluss verschiedener Umweltstressfaktoren auf gesundheitlich relevante Inhaltsstoffe umfassend bearbeitet werden. Dies umfasst klimatische, kulturtechnische sowie verarbeitungstechnische Parameter einschließlich Lagerung. Es soll der Versuch einer Bilanzierung der Inhaltsstoffe von der Produktion bis zum Verzehrprodukt unternommen werden.
Hintergrund
Erdbeeren genießen eine hohe Beliebtheit in allen europäischen Ländern. 2006 wurden in Deutschland 169.660 t produziert. Es ist damit nach Spanien und Polen der drittgrößte Erdbeerproduzent in Europa (EU- 25: 1.085.000 t). Durch unterschiedliche Anbauverfahren zur Steuerung des Erntetermins sind Erdbeeren mittlerweile das ganze Jahr durch Importe und durch heimische Produktion am Markt verfügbar. In vielen Ländern ist ein deutlicher Trend weg vom Freilandanbau hin zum geschützten Anbau mit gestaffelten Ernteterminen zu beobachten (off-season production).
Erdbeeren haben deutlich weniger Anthocyane als z.B. Heidelbeeren und Schwarze Johannisbeeren: Sie haben dafür viele farblose Polyphenole und viel Vitamin C. Der Gehalt an Gesamtphenolen setzt sich aus verschiedenen Anthocyanen, Flavanolen und einem sehr hohen Prozentanteil an Ellagsäure (bis zu 50% der gesamten antioxidativen Kapazität) zusammen.
Während in der Literatur der Sorteneinfluss hinsichtlich der zur Zeit bekannten gesundheitsrelevanten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe und der antioxidativen Kapazität (AK) umfassend beschrieben wurde, liegen nur wenige Informationen über den Einfluss von Umweltfaktoren wie Klima/Witterung, Anbauverfahren (season – und off-season Produktion; gestaffelte Kultur im Freiland oder geschütztem Anbau) und verschiedenen Kulturmaßnahmen wie Wasserstress, Schattierung, Mulchmaterialien, Düngung etc. vor. Gefundene regionale Unterschiede in der AK der Früchte werden beschrieben aber nicht im Zusammenhang mit unterschiedlichen Umweltfaktoren diskutiert und erklärt bzw. beschränken sich auf den norwegischen Anbau. Der Einfluss pflanzenrelevanter Parameter wie Blatt : Fruchtverhältnis oder Blattflächenindex auf die AK wurden - soweit bekannt - bisher bei keiner Obstart untersucht.
Arbeitsplan
Da phenolische Verbindungen in Pflanzen durch biotischen und abiotischen Stress induziert werden, soll Ziel der Arbeit sein, den Einfluss unterschiedlicher Stressoren auf die AK und die verschiedenen phenolischen Verbindungen in Erdbeerfrüchten im Einzelnen zu identifizieren und zu quantifizieren. Gleichzeitig soll einen Transfer der gesundheitlich relevanten Stoffe im Sinne einer Bilanzierung von der Frischfrucht auf Tiefkühl- und Verarbeitungsprodukte erfolgen.
Neben der hohen gesundheitlichen Relevanz erscheint die Erdbeere als Modellpflanze für Untersuchungen von stressinduzierten Veränderungen der Fruchtinhaltsstoffen besonders geeignet, da ihre Kulturzeit je nach Pflanzmaterial und Anbauverfahren nur zwischen 3 - 4 Monate und einem Jahr beträgt. Diese z. T. extrem kurze Kulturzeit ermöglicht es, die verschiedensten Fragestellungen unabhängig von der traditionellen Freilandsaison zu bearbeiten.
Einbindung in bestehende Projekte
Das Versuchsvorhaben ist thematisch eng mit dem Interprojekt „Sekundäre Inhaltsstoffe“ verbunden
Zusammenarbeit mit Dritten
Im Rahmen des COST-Projektes 863 erfolgt eine Zusammenarbeit mit:
Bioforsk Trondheim (N); Copenhagen University, Department of Agricultural Sciences, (DK), Agroscope Changins-Wädenswil (CH); University of Zagreb, Department of Pomology, Croatia; Marche Polytechnic University Ancona, SAPROV (I).
Anforderungsprofil an die Bewerber(innen):
Erwartet werden fundierte Kenntnisse der Pflanzenphysiologie und/oder chemische analytische Kenntnisse bzw. die Bereitschaft, sich die jeweils fehlenden Kenntnisse theoretisch und praktisch engagiert anzueignen. Die Mitarbeit bei den Feldversuchen im Fachgebiet Obstbau und im Labor des Fachgebietes Weinanalytik und Getränketechnologie wird erwartet.
Voraussetzungen:
Abgeschlossenes Studium (Diplom oder Master) der Gartenbauwissenschaften bzw. Agrarwissenschaften oder der Lebensmitteltechnologie bzw. Lebensmittelchemie
Kontakt und weiter Informationen zu diesem Projekt:
Dr. Erika Krüger-Steden
Tel. 06722 / 502 563
E-Mail: Krueger
fa-gm
de
Prof. Dr. Helmut Dietrich
Tel. 06722 / 502 311
E-Mail: H.Dietrich
fa-gm
de
Hochschule RheinMain
University of Applied Sciences
Fachbereich Geisenheim
Dekanat
Von-Lade-Str. 1
65366 Geisenheim
Telefon: 06722 - 502 714
Telefax: 06722 - 502 710
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E-Mail: geisenheim
hs-rm
de