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Bauingenieurwesen

Barrierefreiheit selbst erfahren – Exkursion mit ESWE und Vertretern mobilitätseingeschränkter Menschen

Selbständige Mobilität ist ein hohes Gut. In einer alternden Gesellschaft gewinnt es zunehmend an Bedeutung. Mit den Möglichkeiten für Barrierefreiheit, aber auch den mit heute vielfach noch bestehenden Barrieren haben sich die rund 30 Studierenden des Kurses “ÖPNV und Verkehrtechnik“ (5./6. Semester im Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen) im Rahmen einer Exkursion in Wiesbaden auseinandergesetzt.
Am Beginn stand eine Fahrt mit einem Sonderbus der ESWE Verkehr GmbH zu einer barrierefrei ausgebauten Haltestelle in Biebrich. Engagiert erläuterte Verkehrsmeister Peter Kaltwasser, wie Haltestelle und Bus ein gemeinsames System bilden, um mobilitätseingeschränkten Kunden die Mitfahrt zu erleichtern. Vom stufenlosen Ein- und Ausstieg, den mittlerweile alle 240 Busse der ESWE ermöglichen, hilft aber nicht nur Nutzern von Rollstühlen: auch wer mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck unterwegs ist, profitiert davon.

Der zweite Teil der Exkursion war als „Selbsterfahrungstrip“ in der Innenstadt angelegt. Begleitet und schwungvoll moderiert von Joachim Mast, Vorsitzender des Arbeitskreises der Wiesbadener Behindertenorganisationen und Interessengemeinschaft Behinderter, und seinen Mitstreitern Petra Wagner und Roland Kaiser konnten sich die Studierenden auf einer Route durch die Innenstadt selbst ein Bild vom Status der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum machen. In einem mitgebrachten Rollstuhl am eigenen Leib spürbar wurden so die Probleme, die Kopfsteinpflaster für Rollstuhlnutzende bereitet. Simulationsbrillen für verschiedene Arten von Seheinschränkungen vermittelten zudem einen Eindruck davon, wie wichtig Kontraste und Leitlinien bei der Oberfläche von Straßen und Plätzen sind.

Zum Abschluss gab Joachim Mast den Studierenden den Wunsch auf den Weg, in ihrer zukünftigen beruflichen Tätigkeit als Gestalter des öffentlichen Raums den Leitgedanken der Barrierefreiheit stets mitzudenken und in der Planung das Know-how der Betroffenen zu nutzen.